Die Arktis

Die Bezeichnung Arktis wird vom griechischen Wort „arktos“ abgeleitet. „Arktos“ bedeutet Bär und wurde vom Sternenbild des Großen und Kleinen Bären abgeleitet, welches über der Arktis am Nachthimmel steht. Der Polarstern, welcher zum Kleinen Bär gehört, steht nahezu senkrecht über dem geografischen Nordpol. Die Arktis ist ein Meer - von Kontinenten umgeben. Sie erstreckt sich über den nördlichen Teil von Europa, Asien und Nordamerika sowie über das gesamte Nordpolarmeer. Früher wurde die Region nördlich des Nordpolarkeises als Arktis definiert, heute bedient man sich einer klimatischen Definition: Die Arktis erstreckt sich über ein Gebiet, dessen mittlere Temperatur im Juli die 10 Grad Grenze nicht überschreitet. Somit ergibt sich eine Fläche von mehr als einer Million Quadratkilometern!

Das Eis wird dünner

Nirgendwo sind die Auswirkungen der globalen Erwärmung bereits heute so gut sichtbar wie in den Polargebieten. Allein im Jahr 2007 sollen nach einem Bericht der österreichischen Zeitung „Die Presse“ über eine Million Quadratkilometer Eis geschmolzen sein. Das Eis wird dünner, erfahrene Jäger brechen ein, die Robben ziehen im Sommer immer weiter nach Norden und auch die Eisbären finden zu wenig Nahrung. Iglus wärmen nicht mehr, weil die Wände antauen, Thermofrostböden werden zu Sümpfen und tausende Insekten tauchen auf. Die Spekulationen, wann die Arktis im Sommer eisfrei sein wird, gehen weit auseinander. Doch dass es so weit kommt, daran zweifelt keiner mehr. Schon vorher wird die Nordwestpassage in den Sommermonaten temporär für Handelsschiffe befahrbar sein. In der Tat gehört die Arktis zu den Reisezielen, welche in dieser Form in naher Zukunft nicht mehr existieren wird. Ich habe von vielen Reisenden gehört: „Let's go to Cuba, before Castro dies and every thing changes!“ Aber komischerweise sagt keiner, lasst und in die Arktis reisen, bevor sie wegschmilzt!



Tourismus im ewigen Eis

Was kann man in der Arktis zu erleben? Mehr als man im ersten Moment annehmen würde! Neben überwältigenden Eisbergen, gibt es Eisbären, Fahrten mit Schlittenhunden, Schifffahrten im arktischen Ozean, paddeln mit dem Kajak, Angelmöglichkeiten, endlose Wanderungen, die Kulturen der arktischen Völker, Polarlichter, ja sogar heiße Quellen gibt es!

Arkits: Eisbär (Arctic: Eisbear)

Der Nordpol

Zu den ausgefallensten Reisezielen in der Arktis zählt sicher der Nordpol.  Der Nordpol ist der nördlichste Punkt unseres Planeten, der Gipfel des Erdballs sozusagen. Von hier aus gibt es nur noch eine  Himmelsrichtung. Egal wo man hinsieht, man blickt immer nach Süden. Die Kompassnadel müsste eigentlich senkrecht zum Boden zeigen. Wahr ist vielmehr, dass ein gewöhnlicher Kompass in Polnähe schlichtweg nicht zu gebrauchen ist.

Was auch kaum einer weiß, es gibt nicht nur einen Nordpol; es existieren gleich vier Pole. Wenn man vom Nordpol spricht, meint man im allgemeinen Sprachgebrauch den geografischen Nordpol. Dieser befindet sich ganz oben auf dem Erdball und hat fix die geografische Position von 90° 0? N. Der arktische Magnetpol ist der Punkt, an dem das Erdmagnetfeld senkrecht zum Erdmittelpunkt zeigt. Mit einem Spezialkompass kann dieser Pol ausfindig gemacht werden. Der arktische Magnetpol hat keine fixe Position. Er wandert mit wechselnder Geschwindigkeit in verschiedenen Richtungen. Zur Zeit legt dieser Pol im Jahr etwa 40 km zurück. Der Nordpol der Unzugänglichkeit ist der Punkt im Packeis, welcher die größte Distanz zu den umliegenden Inseln und Festländern aufweist. Auch die Kontinente und die Ozeane verfügen über Unzugänglichkeitspole, was keinesfalls bedeuten muss, dass diese Orte zwangsläufig schwer zu erreichen sind. Der Vollständigkeit halber sei noch der Arktische Geomagnetische Pol erwähnt, doch dessen Definition ist mir dann doch zu physikalisch...

Der Nordpol ist gar nicht so schwer zu erreichen, wie man zunächst denkt: Und dabei meine ich nicht die Ortschaft „Nordpol“ im deutschen Bundesland Niedersachsen. Denn es gibt sogar Charterflüge von Deutschland zum Nordpol. Allerdings handelt es sich hierbei um einen Rundflug und man kann am Pol nicht aussteigen. Dafür aber aus dem Fenster sehen, falls man für viel Geld einen Fensterplatz ergattert hat. Einmal Nordpol und zurück ist so an einem Tag ohne weiteres möglich.

Ferner gibt es kostspielige Expeditionen zum Nordpol. Die meisten Expeditionen starten in Spitzbergen, was zu Norwegen gehört. Von dort geht es zur russischen Station Borneo, welche sich am 89. Breitengrad befindet. Dort gibt es im Winter eine Landepiste auf dem Eis, welche vom Frühjahr an nicht mehr genutzt werden kann. Von hier sind es noch gute 120 Kilometer bis zum Nordpol und  die Expedition dauert ungefähr eine Woche. Auf dem Weg zum Pol legt man täglich nur ein paar Kilometer zurück und wenn man Pech hat, wacht man am nächsten Tag 20 Kilometer weiter vom Pol entfernt auf. Denn das Eis driftet auf dem Polarmeer und die Richtung sowie Geschwindigkeit sind nicht vorhersehbar. Ein Vorteil dieser Expeditionen: Der Rückweg muss nicht zu Fuß bewerkstelligt werden , denn nach einer Nacht am Pol kommt ein Hubschrauber und holt die Besteiger des Weltgipfels ab...

Interessant ist noch noch die Frage, zu welchem Land der Nordpol gehört. Der Pol liegt über 4000m unter dem Meeresspiegel inmitten des Nordpolarmeeres und somit fernab vom Festland der arktischen Anrainerstaaten. Nach dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen wird ein Streifen von 200 Seemeilen dem Hoheitsgebiet des jeweiligen Küstenstaates zugeschrieben. Doch der Pol liegt natürlich wesentlich weiter vom Festland entfernt. Im Jahr 2007 hat Russland bei einer Expedition mit dem U-Boot zum Nordpol seine Landesflagge auf dem Meeresboden platziert, um seinen Gebietsansprüchen Nachdruck zu verleihen. Der durch die globale Erwärmung bedingte Rückgang des Polareises lässt die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Ausbeutung der arktischen Bodenschätze steigen. So werden bis zu 25% der globalen Gas- und Ölvorkommen im jetzt vom Eis bedeckten Nordpolarmeer vermutet. Außerdem werden dort reiche Vorkommen von Edelmetallen wie Gold, Platin, Nickel, Blei usw. erwartet. Klar, dass hierdurch das Interesse an Gebietsansprüchen in der Arktis steigt. Analog zur Antarktis beanspruchen die arktischen Anrainerstaaten eine Aufteilung des Gebietes nach dem Sektorenprinzip, nachdem die Arktis abhängig vom nördlichen Küstenlinie  wie ein Kuchen aufgeteilt werden soll. Da sich im Gegensatz zur Antarktis unter dem Eis kein Festland befindet, ist diese Definition international nicht anerkannt und der politische Status der Arktis bis heute ungeklärt.

Für die Reise von der Arktis zur Antarktis kommen natürlich nur die Länder Alaska, Kanada und gegebenfalls Grönland in Frage, da diese auf dem amerikanischen Kontinent liegen.

Arkits: Schlittenhunde (Arctic: huskies)

Grönland

Grönland wird von seinen Bewohnern Kalaallit Nunaat genannt, was so viel bedeutet wie Land der Grönländer. Die mit mehr als zwei Millionen Quadratkilometern größte Insel dieser Erde beherbergt gerade einmal um die 58 000 Einwohner. Die Insel ist 2650 km lang und misst an ihrer breitesten Stelle 1200km. Mit einem Abstand von etwa 700 km ist sie die dem Nordpol nächstgelegene große Landmasse. Das Land liegt zu 81% unter einer zum Teil mehr als 3000 Meter dicken Eisschicht, welche somit etwa 7% der weltweiten Süßwasservorkommen bindet. Die eisfreie Fläche entspricht einem Gebiet, welches größer ist als die Bundesrepublik Deutschland. Als Teil Dänemarks war Grönland Mitglied der Europäischen Gemeinschaft. Dies hatte eine Überfischung grönländischer Gewässer sowie eine Ausbeutung von Bodenschätzen durch europäische Konzerne zur Folge. Deshalb entschloss sich Grönland als bisher einzigstes Mitglied die Europäische Gemeinschaft zu verlassen. Seit 2009 ist Grönland weitgehend von Dänemark unabhängig und dänisch wurde von Kalaallisut, einem Inuitdialekt, als Amtssprache abgelöst. Außenpolitisch und bei militärischen Angelegenheiten wird die Insel weiterhin von Dänemark vertreten. Als Haupteinnahmequelle gilt die Fischerei, gefolgt vom immer wichtiger werdenden Tourismus.

Das Problem mit Grönland ist nicht, wie kommt man hin, sondern wie kommt man wieder weg! Es gibt zahlreiche Flugverbindungen von Kopenhagen nach Grönland, doch möchte man von hier ins nahegelegene Kanada weiterreisen, geht dies nicht so einfach wie es zunächst scheint. Linienflüge gibt es nur via Island, was einen Umweg von einigen hundert Kilometern bedeutet. Vor einigen Jahren wurden die Flüge in den Sommermonaten über die Davis Straße eingestellt. Dadurch benötigt man nun nicht mehr 90 Minuten, sondern drei Tage, um von Nuuk nach Iqaluit zu reisen. Nach einem Bericht von CBC News soll es jedoch wieder eine regelmäßige Flugverbindung geben, um die beiden Länder miteinander zu verbinden. Bis dahin bleiben nur eine Hand voll Charterflüge sowie Kreuzfahrtschiffe, um direkt von Grönland nach Kanada zu gelangen. Technisch gesehen könnte man Kanada auch auf den Landweg oder besser gesagt auf dem Eisweg erreichen, denn bei beiden Länder sind im Norden nur durch den etwa 30 km breiten Kennedy Kanal voneinander getrennt. Doch durch die globale Erwärmung wird diese Überquerung immer schwieriger. Der Abenteurer Jon Turk hat in den Neunzigerjahren diese Strecke mit dem Kajak überwunden.

Arktis: nordlichter (Arctic: nothern lights)